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hörte nicht, daß mehrere Schritte an der Thüre vorüber⸗ kamen, und das Erſte, was ſie aus ihrer Träumerei erweckte, war ein lauter, gellender, durchdringender Schrei aus dem anſtoßenden Zimmer.
Sie fuhr alsbald auf und ſtürzte hinein; aber in der ſchwachen Dämmerung, die nunmehr eingetreten, vermochte ſie im erſten Augenblicke keinen klaren Ueberblick über die Scene drinnen zu gewinnen. Sie ſah blos, daß außer ihren eigenen Söhnen noch zwei Männer im Zimmer waren. Im nächſten Augenblicke erkannte ſie die arme Julia, die neben dem Fenſter auf dem Boden ausgeſtreckt lag, während William ſich zärtlich über ſie beugte und der jüngere Knabe Patrick todtenbleich und in bitterem Grame die Hände ringend näher bei der Thüre ſtand.
„Ach Henry, Du haſt ſie getödtet! die arme verſengte Blume!“ rief William Ruthven, als ſeine Mutter eintrat.
„Ich wußte nicht, daß ſie im Zimmer war,“ erwiederte Henry Ruthven von Freeland, denn er war einer von den beiden Männern, welche die Gräfin geſehen hatte, und faſt im ſelben Augenblicke ergriff ſein Bruder Alexander der alten Gräfin Hand mit den Worten:—
„Ach, theure Lady, das iſt ein bitterer Tag!“
„Welche Nachricht?“ fragte die Gräfin in faſt über⸗ natuͤrlich kaltem und ruhigem Tone, indem ſie ſich zu gleicher Zeit in einem Stuhle nebenan niederließ.
Der junge Mann ſtockte eine Weile, ehe er erwiederte: „Ich und mein Bruder Henry ſind gezwungen, in aller


