den und vor meinen Augen hinſchwinden ſah, habe ich mir
ſogar Vorwürfe gemacht, daß ich dieſe meine Gedanken, welche alle ihm hätten gehören ſollen, nur zu oft zu anderen Gegenſtänden hatte abſchweifen laſſen.“
„Und haben Sie mich auf Ihrer Wanderſchaft geſucht?“ fragte Gowrie, ihre Hand abermals ergreifend und ihr in's Auge ſchauend.
Sie gab keine Antwort, ſondern ſchlug den Blick nieder, indem höhere Röthe ihre Wangen färbte. Während ſie ſo da ſaßen, öffnete ſich plötzlich die Thüre, und der alte Mann trat herein. Beide ſprangen auf; doch Gowrie in dem Bewußtſeyn ſeiner ehrlichen Abſicht trat Manucci ent⸗ gegen und ergriff ſeine Hand.
„Ich habe mich ſehr darnach geſehnt,“ hub er an,„Euch, mein alter Freund und Eure theure Julia wieder zu ſehen. Wir waren lange getrennt; aber meine Liebe zu euch Beiden hat ſich nicht vermindert.“ 3
Manucci ſchien ſehr ſchwach und— war es nun Aufre⸗ gung oder Schwäche, er wankte auf den Füßen. Lord Go⸗ wrie hielt ihn jedoch feſt bei der Hand, ſchob einen Stuhl herbei und ſtützte ihn ſo lange, bis er ſich geſetzt hatte.
„Ich habe Vielerlei mit Euch zu ſprechen,“ verſetzte der Greis,„Vielerlei, was mich und Euch angreifen wird— doch für jetzt laßt uns noch nicht davon reden. Ich bin ſehr krank geweſen, und die wenige Kraft, die mir noch übrig iſt, würde bald erſchöpft ſeyn, wenn ich ſie nicht ſorgſam auf⸗ ſparte.“
„Ich habe mit großem Leidweſen von Eurer Krankheit


