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armen Manne, aus Erbarmen für das junge Mädchen und aus Liebe für John Ruthven bin ich gegangen.“
Der Graf betrachtete ihn eine Weile, ſprang dann auf und umarmte ſeinen Freund.
„Du kennſt mein Geheimniß, Hume,“ rief er;„wie Du es erfahren, weiß ich nicht, denn bis auf dieſe Stunde hat es in meiner eigenen Bruſt geruht, die ich immer für den einzigen ſicheren Behälter, für den Schatz der eigenen Ge⸗ danken gehalten. 4
„O, mein edler Lord,“ lächelte Hume,„es gibt noch eine andere Sprache als die der Worte: Blicke und Thaten ſprechen für die, welche auf ſie merken ebenſo deutlich, wie der beſte Redner. Das letzte Jahr Deines Aufenthalts in Padua haſt Du Dich jeden Abend insgeheim in das Haus eines alten Gelehrten geſchlichen, der, als Aſtrologe bekannt und des Verkehrs mit Dingen verdächtig, welche weniger lichtvoll als die klaren Sterne ſind, ohne Zweifel voll mäch⸗ tiger Geheimniſſe in Kunſt und Natur ſteckte. Deine Hin⸗ gebung an die Wiſſenſchaft wurde von Niemand bezweifelt; aber doch ſchien ein ſo regelmäßiger Beſuch ihres Heilig⸗ thums an einem jungen zwanzigjährigen Manne etwas mehr als natürlich, und ich vermuthete zuweilen, Du möchteſt Dich um ein ſchöneres und wärmeres Weib als um die kalte Dame Viſeenſchaft bewerben. Bei Deinem Abſchiede von dieſem armſeligen Orte warſt Du von einer merkwürdigen Trauer erfüllt, ganz anders, als wenn wir von den ruhigen Freuden und mühevollen Aufgaben der Jugend ſcheiden, um an den rührigen Kämpfen der Mannheit Theil zu nehmen


