ſtetenkruſten nur zum Brechen gemacht: wer viel gelobt, thut wenig; gleichwohl breche ich die meinen niemals, denn ich habe eine närriſche Vorliebe für ein unzerfetztes Fell und ein reines Gewiſſen; und ich erſuche Eure Lordſchaft, ſich gefälligſt zu erinnern, wie ich blos verſprach, mich an den Küſten des Genfer See's gut betragen zu wollen.“
„Laß gut ſeyn, wir wollen ſpäter mehr davon reden,“ erwiederte ſein Lord, dem andern Gentleman in das innere Zimmer folgend:„das Gebot, meinen Namen zu ver⸗ ſchweigen, haſt Du wenigſtens gehalten und mußt es auch ferner beobachten. Jetzt geh und laß mein Abendeſſen her⸗ aufbringen, denn ich bin weit geritten und habe lange ge⸗ faſtet.“
Der Mann gehorchte mit einem tiefen Bückling, wäh⸗ rend die beiden Edelleute in das anſtoßende Gemach traten und der Reiſende, in einen Stuhl ſich werfend, mit einem Seufzer, deſſen Urſprung ſchwer zu entdecken ſeyn möchte, in die Worte ausbrach:
„So wäre ich denn wieder einmal in Padua!“
Zweites Kapitel.
Das Zimmer war ein kleines, düſteres Gelaß, mit ſchwarzem Eichengetäfel nicht ohne Zierlichkeit und Ge⸗ ſchmack eingefaßt. Das Haus hatte nämlich früher vorneh⸗ meren Beſitzern, als denen, die es jetzt ihr eigen nannten, gehört, denn Padua hatte eben damals, wie alle Menſchen,
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