Margarethe lächelte und meinte, das ſey nicht nöthig; ſie ſpreche nur von dem was geſchehen könne. Allein Nalph führte ſeinen Plan aus, und noch ehe eine Woche vorüber war, ſiedelte die ganze Familie nach Devonſhire über.
Denke Dir zwei weitere Jahre verſtrichen, Leſer, und Du triffſt Lord Coldenham abermals, noch nicht ganz neun⸗ undzwanzig Jahre alt.
Eine Dame— eine ſehr ſchöne Dame— ſitzt in einem Stuhle, wo Margarethe zu ſitzen pflegte. Sie iſt im Reiſe⸗ kleid, und ein junges Kind von kaum achtzehn Monaten iſt feſt an ihre Bruſt gedrückt und ſpielt mit ſeinen kleinen Fin⸗ gerchen in ihren vollen braunen Locken. Drei andere etwas aͤltere Knaben ſteben um ſie her, und ihre jugendlichen ver⸗
geßlichen Geſichtchen ſind alle voller Freude zu ihr erhoben; aber Thränen träufeln aus ihren Augen, und ſelbſt ihr Gemahl wendet ſich ab nach dem Fenſter, um einen Tropfen in den ſeinigen zu verbergen. Im nächſten Augenblicke kehrt er zurück und erfaßt ihre Hände, ohne ein Wort zu äußern, und die Dame, auf die Kinder deutend, ſpricht:
„Dieſe lieben Kleinen erinnern ſich nicht, Ralph— warum ſollten ſie auch? Aber weder Du noch ich, mein Lie⸗ ber, können jemals vergeſſen, daß es eine Margarethe gege⸗ ben hat. Ich will Alles thun was ich vermag, um ihre Stelle zu erſetzen; aber das kann freilich nie vollſtändig ge⸗ ſchehen.“
„Gott ſegne Dich, meine Hortenſia ¹“ ruft Ralph mit einer vor Erſchütterung bebenden Stimme und eilt aus dem
Zimmer.
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Druck der J. B. Metzler'ſchen Buchdruckerei in Stuttgart.


