267
den hätte; allein ſchon beim Oeffnen hatte ich den Pult theilweiſe über den Tiſch herausgezerrt, und als ich ihn zu ſchließen verſuchte, drückte ich ihn vollends herab.“
„Ich verſtehe,“ verſetzte ihr Gatte—„er fiel zu Boden.“
„Ja,“ beſtätigte Margarethe,„und hiebei kam ein ge⸗ heimes Schiebfach zum Vorſchein, worin ich——“⸗
„Ein Paar ſilberne Schuhſchnallen bemerkte,“ ergänzte Fairfax in feſtem Tone,„welche dem armen Kenmore ange⸗ hört hatten— ich weiß es.“
„Gott ſey Dank!“ murmelte Margarethe leiſe, als ſte ihn den Namen ſo ruhig ausſprechen hörte, und fuhr dann laut fort:„und welche er an ſich trug, als er mich am Abend jenes verhängnißvollen Hochzeittages verließ— ſie zeigen noch jetzt die Spuren ſeines Blutes.“
„So? das habe ich nicht bemerkt,“ gab Fairfar zur Antwort;„aber gewiß, Margarethe, das konnte doch nicht—— ℳ
„Höre mich, Allan— höre mich zu Ende,“ bat Mar⸗ garethe.„Meine erſte Empfindung war die des Schreckens bei einem Anblicke, der mir mit einemmale jene ſchauder⸗ hafte That ins Gedächtniß zurückrief. Ich las die Papiere haſtig zuſammen, ſteckte ſie wieder an ihren Ort und ſchloß den Pult. Nun aber erhob ſich mit einemmale die Frage— kwie waren die Schnallen hineingekommen? Eine wirre Maſſe ſchrecklicher Bilder drängte ſich vor meine Seele. Mir ſchien, als ob Dich Jemand anklagte; ich war darüber nicht minder empört, wie wenn die Klage gegen mich ſelbſt ge⸗ lautet hätte. Ein böſer Dämon ſchien mir alle jene Schreckens⸗
18*
——


