Teil eines Werkes 
2. Th., 3. Bdchn (1830)
Entstehung
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meine Treiber und Koſacken, das andere fuͤr mich

und meine Frau. Ich hatte mich auf 6 Wochen mit Lebensmitteln verſehen. Die Lage, in welcher ich Ochotzk jetzt verließ, war von der meiner erſten An⸗ kunft fehr verſchieden. Damals irrte ich allein, un⸗ bekuͤmmert um Vergangenheit und Zukunft, und gleichſam wie die Thiere des Feldes nur fuͤr den Au⸗ genblick lebend; jetzt hatte ich eine junge Frau auf einer aͤußerſt muͤhſeligen Reiſe zu Pferde, und in einer kalten Jahreszeit zu beſchuͤtzen, und fuͤhlte tief⸗ wie noͤthig mir Klugheit und Vorſicht ſei. Sie, die in ihrem Leben nicht mehr als 34 Pferde geſehen, war natuͤrlich nicht wenig verzagt; allein was ließe ſich durch Standhaftigkeit nicht uͤberwinden! Die Beſchwerden der Reiſe griffen zwar ihre zarte Conſti⸗ tution an; allein nie hoͤrte ich ſie klagen; je groͤßer die Schwierigkeiten waren, deſto mehr Muth und Er⸗ gebung zeigte ſie. Sie hatte nach einigen Tagen die Unklugheit, ihr erſtes und gutes Pferd gegen ein an⸗ deres zu vertauſchen, welches ſie ſo gewaltſam ab⸗

warf, daß ſie 12 Stunden lang ohne Beſinnung dar⸗

nieder lag. Zwei Aerzte, welche mit uns reisten,

ſtellten ſie jedoch ſo ziemlich wieder, her, obwohl ſie

mit einem Schmerz an dem recht en Schlafe behaftet

blieb. 3 Man macht ſich keinen Begriff, uͤber wie viele

Fluͤſſe und Flußarme der Reuſende auf dem Wege

von Ochotzk nach Irkutzk folgen muß; man ver⸗ 60. Bd. China. II. 3. 9

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