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Gaſtfreundſchaft iſt der hervorſtechendſte Zug ihres Charakters. Man wird von dem Wirthe an der Thuͤr ehrfurchtsvoll bewillkommt. Der Gaſt macht der Ka⸗ ſaika oder Wirthin ſein Kompliment, legt in dem bequemſten Zimmer des Hauſes ſeine Winterkleider ab, und beſtellt mit befehlendem Tone, je nach der Tageszeit ein Mittags⸗ oder Abendeſſen, und Futter fuͤr ſeine Hunde. Der Wirth nimmt das Oberkleid, reinigt es von Schnee, und haͤngt es waͤhrend der Nacht an die Luft; denn man hat den Glauben, die Kleider hielten um deſto waͤrmer, je kaͤlter man ſie anlege. Die Wirthin kratzt dem Reiſenden den Schnee von den Stiefeln, damit derſelbe nicht in dem Ge⸗ mache ſchmilzt. Nachdem der Fremde gut geeſſen und getrunken, legt er ſich in das fuͤr ihn bereitete Bett, und erhaͤlt am Morgen ein Fruͤhſtuͤck von Wild⸗ pret. Fuͤr alles dieſes bietet er ſeinen Wirthen nur ein Glas Schnaps oder ein Blatt Tabak, ja vielleicht nicht einmal ein„Hab' Dank.“
Die Zahl der eigentlichen Kamtſchadalen betraͤgt ohngefaͤhr 2760 Seelen; ſie unterhalten 2208 Hunde. Urſpruͤngliche Geſetze findet man bei ihnen wenig; ſte bekennen ſich ziemlich zu dem chineſiſchen Wahl⸗ ſpruch: Gutes mit Gutem und Boͤſes mit Boͤſem zu vergelten.——.
Die Zahl der Ruſſen wird auf 1260 angegeben. Noͤrdlich von Dygilsk wohnen 498 Leute, und in den Koriaͤken⸗Doͤrfern zuſammen 400. Hinſichtlich


