283
zuſammenhing, uͤber deſſen praͤchtige Bruͤcke wir vor⸗ geſtern gefahren waren. In der Mitte dieſes Teiches liegt eine ſteinigte Inſel und auf dieſer ein ſchoͤner ſechseckiger Pavillon, in welchem der Kaiſer zuweilen mit dem Fiſchfange ſich ergoͤtzt.
Nach dieſen ſonderbaren Uebungen machten wir dem erſten Miniſter unſere Aufwartung, weicher uns freundlich aufnahm, ſich nach dem Befinden eines je⸗ den erkundigte und fragte, ob es uns ohne Pelzklei⸗ der nicht froͤre. Ueber letztern Punkt hatte uns auch der Kaiſer gefragt.
In dem zweiten Hofe des kaiſerlichen Palaſtes ſind die Gebaͤude von den s Reichsgerichtshoͤfen, naͤmlich 1) das Tribunal des Ly⸗pu oder der Staatsregierung; 2) des Hu⸗pu(die Schatzkammer); 3) des Li⸗pu (der Ceremonien und Gebraͤuche); 4) des Ping⸗pu (des Kriegsrathes); 5) des Hong⸗pu(der Gerech⸗ tigkeit); und 6) des Cong⸗ pu(der allgemeinen Po⸗ lizei). Der kaiſerliche Palaſt macht fuͤr ſich eine kleine Stadt aus, welche von einer ſehr hohen Mauer ein⸗ geſchloſſen wird.
Im Junern des Palaſtes ſtehen einige hundert Gebaͤude von einem herrlichen aͤußern Anſehen, welche durch Werke der Bildhauerkunſt verſchoͤnert werden. Reiche Vergoldung und ein Firniß von einer Art ro⸗ then und gruͤnen Lakes erhoͤht ihre Schoͤnheit, ihre Daͤcher ſind mit gelb lakirten Ziegeln gedeckt. Ein Kanal durchwindet ſchlangenartig den Palaſt. Wir


