Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1830)
Entstehung
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daß einige Thaͤler ſchmaͤler, andere breiter, und oͤfters gut angebaut ſind. Merkwuͤrdig iſt, daß wenn man von der Stadt in das Land reiſend, uͤber einen Berg ſchreitet, das Land jenſeits immer hoͤher wird, je wei⸗ ter man kommt. Deßwegen wird das Klima auf den Bergen immer kaͤlter; im Winter faͤllt dort Schnee, bisweilen auch Hagel einen Fuß hoch, welcher mehrere

Tage oder Wochen liegen bleibt, ohne zu ſchmelzen. Noch im October ſah ich auf den beſchueiten Berg⸗ ſpitzen Hagel liegen, waͤhrend das unten liegende Land in der ſchoͤnſten Sommerbluͤthe war. Daraus mag er⸗ hellen, warum ein Bezirk auf einer Seite hoͤchſt frucht⸗ bar und angebaut, auf der andern nackt, verdorrt, oͤde und unzugaͤnglich iſt.

Im Maͤrz brachte ich einen Tag auf dem Tafel⸗ berg zu, und hatte des Abends auf der Ruͤckkehr ei⸗ nen eben ſo ſonderbaren, als ſchoͤnen Anblick. Die im Oſten aufgehende Sonne ſchreitet naͤmlich nicht, wie in Europa, gegen Suͤd fort, ſondern gegen Nord, und ſinkt endlich auf der weſtlichen Seite des Berges in den Ozean. Daher iſt erklaͤrbar, daß der Morgen auf der nordoͤſtlichen Seite eher eintritt, und die Son⸗ ne auch eher ſcheint, waͤhrend auf der ſuͤdweſtlichen Seite die Sonne ſpaͤter untergeht, und der Abend ſich verlaͤngert. Auf der Spitze des Tafelberges ſah man um 5 Uhr Abends gleichſam zwei verſchiedene Welten; die weſtliche prangte mit dem hellſten Horizonte und dem ſchoͤnſten Glanze der Sonne; waͤhrend die oͤſtliche