203
welches die Landleute fuͤr verdickten Urin des großen Kap'ſchen Meerſchweines halten. Dieſes Peches, wel⸗ ches in Bergritzen ſehr haͤufig gefunden wird„bedie⸗ nen ſich die Landleute, beſonders bei Beinbruͤchen. Der Wachsſtrauch, deſſen Beere mit einer dem Wach⸗ ſe aͤhnlichen Fette umgeben ſind, wird ganz im Waſſer geſotten, um die Fettigkeit ſchmelzen und abſchaumen zu koͤnnen. Was man abſchoͤpft, hat das Anſehen ei⸗ nes grauen unreinen Wachſes, iſt haͤrter als Talg, und etwas lockerer als Wachs. Die Bauern bedienen ſich derſelben zur Beleuchtung, die Hottentotten aber eſſen es, wie ein Stuͤck Brod, mit oder ohne Fleiſch.
Am 18. Oktober kamen wir nach Swellendam dem Sitze eines Landdroſtes, wo wir einige Tage zur Ausbeſſerung unſers ſchlechten Fuhrwerkes verweilten. In dieſer Gegend iſt das Landgras reicher, und mehr einer Wieſe aͤhnlich. Die Berge fingen an in großen Abſaͤtzen und Vorſpringen zu endigen. Die Viehheer⸗ den wurden groͤßer und haͤufiger, aber die Wein⸗ und Saatfelder ſeltener. Unter mehreren Arten der Vieh⸗ ſeuche iſt vorzuͤglich die Brandſeuche herrſchend, wel⸗ che zuerſt die Lunge und Leber, dann den ganzen Koͤr⸗ per ergreift, und das Fleiſch ſo muͤrbe macht, daß es gar nicht mehr zuſammenhaͤngt, und auseinander faͤllt.
Wir nahmen auf dem Gute der Kompagnie einen groͤßern mit Segeltuch uͤberſpannten Wagen, nebſt zehn andern Ochſen, um unſere Reiſe nach dem Lande der Kaffern fortzuſetzen. Hier ſahen wir, wie die


