126 Ava, und uͤberhaupt in den uͤbrigen kleinen Staaten,
welche jetzt zu dem Birmaniſchen Reiche gehoͤren.
Die Cochinchineſen zu Tuxron haben, ungeach⸗ tet der freien Sitte des weiblichen Geſchlechtes, noch die meiſte Aehnlichkeit mit ihrem Originale beibehalten, obgleich ſie auch in manchen Stuͤcken weſentlich von demſelben abgewichen ſind. Sie beobachten z. B. die
naͤmlichen Gebraͤuche bei Verheirathungen und Leichen⸗
begaͤngniſſen; ſie haben groͤßtentheils den naͤmlichen religioͤſen Aberglauben; ſie bringen ihren Goͤtzenbildern die naͤmlichen Opfer dar, fragen ebenfalls die Orakel um Rath, und haben einen unbeſiegbaren Haug, durch das Looſewerfen die Zukunft zu erforſchen; ſie ſuchen Krankheiten durch Zaubermittel zu heilen, genießen die naͤmlichen Arten von Lebensmitteln, und haben auch dieſelbe Bereitungsart. Man findet bei ihnen die naͤmlichen Beluſtigungen und Vergnuͤgungen; ſie ſind ebenſo geſchickt in Erfindung und Verfertigung von Feuerwerken, beſitzen endlich die naͤmlichen muſi⸗ kaliſchen Inſtrumente, die naͤmlichen Hazardſpiele, und auch die naͤmliche Liebhaberei an Hahnen⸗ und Wachtel⸗Kaͤmpfen.
Die Sprache der Cochinchine ſen weicht ſo ſehr
von der chineſiſchen ab, daß ſie von einem Chi⸗
neſen gar nicht oder doch nur mit der groͤßten Muͤhe verſtanden werden kann. Ihre Schriftſprache und ihre Schriftzeichen ſind noch vollkommner als die chineſi⸗ ſchen. Alle Tempel, welche wir ſahen, waxen niedrige


