Teil eines Werkes 
2. Th., 3. Bdchn (1830)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

323

fer glauben, hier ſey der Prophet Samnel begraben, und errichteten deßwegen in der Mitte einer Moſchee ein praͤchtiges Grabmal. Neun Meilen von Sava gegen Oſt ſind Spuren der beruͤhmten Stadt Rey, welches die groͤßte Stadt in Aſien geweſen ſeyn ſoll. Rach perſiſchen Geographen, ſoll Rey zur Zeit des Califen Mehdy⸗billa⸗ abou Mohamed⸗De⸗ vanick, welcher im IX. Jahrhunderte nach Chri⸗ ſtus lebte, in 96 Viertel abgetheilt geweſen ſeyn; jedes habe 46 Gaſſen gehabt, und jede Gaſſe 400 Haͤu⸗ ſer und 10 Moſcheen. Ferner ſeyen in derſelben 6400 Kollegien, 16,600 Baͤder, 415,000 Tempel⸗Thuͤrme, 12,000 Muͤhlen, 1700 Kanaͤle und 13,000 Karavanſe⸗ rais geweſen. Durch Religions⸗Spaldungen wurde dieſe beruͤhmte Stadt anfangs ſehr geſchwaͤcht, und endlich ganz zerſtoͤrt. Ptolemaͤus nennt ſie Ra⸗ quaia. Die Breite derſelben betraͤgt 35 gr. und 35 min., ihre Laͤnge 76 gr. 20 m. Ihr Boden iſt fruchtbar und reitzend, und bringt ſchoͤne Fruͤchte und Gewaͤchſe hervor. Die Luft iſt ungeſund, erzeugt eine gelbe Geſichtsfarbe und viele Fieber. In dieſer Stadt wurden viele beruͤhmte Maͤnner geboren.

XXI. Den 13. machten wir ſechs Meilen in ei⸗ ner ſehr ſchoͤnen Ebene. Die Landſtraße macht wegen des Laufes eines Fluſſes viele Kruͤmungen. Wir mußten uͤber eine große und viele kleine Bruͤcken, und fuͤtterten bei der Karawanſerai Jafer⸗abad, d. i.