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Pferde, ſo fuͤhrt ein Caſtrat daſſelbe. Eine Stunde nach der Ankunft in dem Hauſe des Braͤutigams wird ſie von alten Frauen in das Ehebett gefuͤhrt, bis auf das Nachtkleid ausgezogen; hierauf fuͤhrt man den Braͤutigam gleichfalls durch alte Weiber oder Verſchnit⸗ tene dahin; jedoch iſt alles finſter und dunkel, wenn die Heimfuͤhrung geſchieht. Oft geſchieht es, daß der Mann ſeine Frau erſt nach einigen Tagen ſieht, vor⸗ tuͤglich, wenn ſie ſchoͤn iſt; ſie ſuchen ſich anfangs der ehelichen Pflicht zu entziehen, um nicht fuͤr geil und unzuͤchtig gehalten zu werden, wenn ſie gleich vorher ſehr verſchwenderiſch mit der Blume der Jungfrau⸗ ſchaft umgingen. Vorzuͤglich iſt dieſer Fall bei Prin⸗ zeſſinnen; oft hat der Gemahl mehrere Monate noͤthig, um ſeine Gemahlin zur Abſtattung der ehelichen Pflicht zu bereden.. Bei den Vermaͤhlungen der ſchlechten und gerin⸗ gen Leute pflegt das Gegentheil zu geſchehen. Denn wenn der Ehemann zu einem groͤßeren Leibgedinge verbunden wurde, als er zu geben vermag, ſo ver⸗ ſperrt er, wenn die Braut hineingefuͤhrt iſt, die Haus⸗ thuͤre, und ſagt, daß er fuͤr ſie ein großes Geld nicht habe. Hierauf entſteht von beiden Seiten ein großer Streit, die Aeltern der Braut laſſen etwas an dem Leibgedinge nach, weil es ſowohl fuͤr die Aeltern, als fuͤr die Braut ſchimpflich ſeyn wuͤrde, wenn ſie unge⸗ traut wieder nach Hauſe gefuͤhrt werden ſollte. Die mahomedaniſche Religion erlaubt den Scheidebrief,


