Teil eines Werkes 
2. Th., 3. Bdchn (1830)
Entstehung
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Kebsweib und Dienerin, genannt, kann man ſo lange behalten, als ſie einem gefallen. Die ehe⸗ liche Verbindung iſt nichts anders, als ein buͤrger⸗ licher Vertrag. Die rechtmaͤßigen Weiber heißen Nekaa.

Die Heirathen werden in Perſien meiſtens durch Anwalde geſchloſſen. Es verſammeln ſich die Aeltern, Freunde und Beiſtaͤnde in der Wohnung des Braͤuti⸗ gams. Ein Prieſter ſetzt den Heirathsvertrag auf⸗ Sobald man wegen der Bedingungen eins geworden iſt, ſchickt der Braͤutigam der Braut den Trauring und andere Geſchenke. Die Braut ſendet ihm dage⸗ gen verſchiedene feine Arbeiten, als ausgenaͤhte Tuͤch⸗ lein ꝛc., welche ſie gewoͤhnlich ſelbſt gefertigt hat.

Die Hochzeit geſchieht bei dem Braͤutigam und dauert zehn Tage; den letzten ſendet man dem Braͤu⸗ tigam das Schurztuch der Braut, welches in Kleino⸗ dien beſteht, nebſt Mobilien, Sklaven und Verſchnit⸗ tenen; es wird von Kameelen unter dem Klange der Inſtrumente uͤberbracht. Wenn es Nacht geworden iſt, fuͤhrt man die Braut zu dem Braͤutigam in dem Cagiavat, einer Art Wiege, welche von zwei Ka⸗ meelen getragen wird. Perſonen geringen Standes gehen entweder zu Fuß dahin, oder bedienen ſich der Pferde. Es wird Muſik gemacht, und Weiber fol⸗ gen mit brennenden Kerzen. Die Braut iſt vom Kopfe bis zu den Fuͤßen verſchleiert; geht ſie, ſo wird ſie von zwei Weibern am Arme gefuͤhrt; iſt ſie zu