Teil eines Werkes 
2. Th., 3. Bdchn (1830)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

281

einen Kanal, und iſt zuweilen ſo klein, daß man ihn durchwaden kann. Dieſer Kanal, wo er ſich in das Meer ergießt, iſt 90 Meilen von Cotatis entfernt, und 1 1/½ Meile breit. Seine Groͤße waͤchſt durch mehrere, ſich in denſelben ergießenden Fluͤſſe; er hat ſeinen Lauf von Oſt gegen Weſt. Sein Waſſer iſt ſehr lieblich und angenehm zu trinken, obwohl es truͤbe, dick und lehmfarbig iſt. Bei dem Eingange in den Strom befinden ſich viele kleine und ſchoͤne In⸗ ſeln, welche mit Gebuͤſche und Waͤldern bedeckt ſind; auf der groͤßten derſelben wurde gegen Weſt 1578 von dem tuͤrkiſchen Sultan Murat eine Feſtung erbaut, in der Folge aber durch den Prinzen von Imirette eingenommen und zerſtoͤrt. Ich umſegelte die ganze Phaſis⸗Inſel, um die Reſte des Tempels der be⸗ beruͤhmten Rea zu ſehen, von denen Arian ſchreibt, daß ſie noch zu ſeiner Zeit vorhanden waren, ich konnte aber nicht das Mindeſte finden. Hier ſah ich an dem ſchwarzen Meere ſehr viele Phaſanen. Martial ſchreibt, daß die Argonauten dieſe Noͤgel nach Griechenland gebracht, und ihnen den Namen Pha⸗ ſan gegeben haͤtten, weil ſie am Ufer des Phaſis gefangen worden ſeyen. Dieſer Strom ſcheidet Min⸗ grelien von Guriel und Imirette; Anarghie iſt nur 36 Meilen von demſelben entfernt. Die Seite deſſelben iſt niedriges, ſandiges Land, mit ſehr dich⸗ ten Waͤldern. Um Mitternacht paſſirten wir den Ha⸗ fen Copolette, welcher dem Prinzen von Guriel 53. B. Perſien II. 3. 3