Teil eines Werkes 
2. Th., 3. Bdchn (1830)
Entstehung
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268 einander. Sie halten ſo viele Weiber und Beiſchlaͤ⸗ ferinnen, als ſie ernaͤhren koͤnnen; ſie glauben ihre Liebe dadurch auszudruͤcken, daß ſie die erſtgebornen Kinder umbringen, wenn ſie ſolche nicht ernaͤhren koͤnnen, oder den Kranken morden, deſſen Krankheit unheilbar iſt.

Die Adeligen haben Macht uͤber Leben und Tod der Unterthanen und ſind ſehr ſtreitſuͤchtig. Ihre Waffen beſtehen in einem Speere, in Bogen und Pfeilen, in einem geraden Saͤbel, Kolben und Schilde. Sie ſind gute Fußgaͤnger und geſchickte Reiter.

Nur die Geiſtlichkeit laͤßt den Bart wachſen; ſte ſcheeren das Obertheil des Hauptes in Geſtalt einer Krone, laſſen das uͤbrige Haar rings um den Kopf bis auf die Augen wachſen, und bedecken das Haupt mit einer ſehr feinen Filzmuͤtze in Geſtalt eis nes Halbmondes; bei Regenwetter ſtecken ſie die Nuͤtze in die Taſche, und laſſen ſich den Kopf bereg⸗ nen. Sie tragen kleine Hemden, welche bis an die Knie ſich erſtrecken, und unten zuſammengezogen find. Auch umwinden ſie ſich mit einem Stricke, um an demſelben ihre Gefangenen und uͤbrige Beute zu be⸗ feſtigen. Der Arme geht beinahe nackt; zuweilen hat er ein altes Stuͤck, welches nur einen Theil des Koͤr⸗ pers bedeckt, und nach dem Winde gehaͤngt werden muß. Wer ein Hemd und weites Beinkleid beſitzt, gilt fuͤr reich; alle gehen beinahe barfuß.

Mann und Weib, reich und arm, hat niemals mehr, als ein Hemd und ein weites Beinkleid anz