Teil eines Werkes 
2. Th., 1. Bdchn (1830)
Entstehung
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Einwohner leſen nichts anders als die Bibel, ihr Meß⸗ buch und die hoͤchſt wunderthaͤtige Geſchichte unſerer lieben Frau von Candelaria, der Schutzpatro⸗ nin der Inſel!

Trotz aller Vorſichtsregeln der geiſtlichen Gerichte iſt dennoch die Moralitaͤt des Volkes aͤußerſt ver⸗ dorben. Der Konkubinat zwiſchen jungen Leuten iſt ſo haͤufig, daß, wenn ſie deſſen uͤberfuͤhrt werden, ſie nach dem Geſetze gleich verbunden werden muͤſſen. Der Ausſatz, Skorbut und Haut⸗Krankheiten ſind bei den Einwohnern nicht ungewoͤhnlich. Die letzteren ſchreiben ſie dem haͤufigen Genuſſe der Fleiſchſpeiſen zu. 3 Die Unterhaltung einer außerordentlich großen Menge von Moͤnchen iſt fuͤr das Land eine ſehr druͤk⸗ kende Laſt. Dieſe erhalten nebſt den Almoſen u. ſ. w. auch den Zehent von dem ganzen Ertrage der Laͤn⸗ dereien. Die Regierung treibt den Alleinhandel mit Tabak, die Ein⸗ und Ausfuhr, und der Anbau iſt den Bewohnern bei ſchwerer Strafe verboten.— Die ver⸗ derblichen Wirkungen der ſchlechten Regierungs⸗Ver⸗ faſſung ſind im Allem ſichtbar. Teneriffa, vielleicht die ſchoͤnſte Inſel auf dem ganzen Erdboden, wuͤrde nicht nur reichlichen Unterhalt fuͤr 18— 20,000 Fa⸗ milien mehr, als ſie gegenwaͤrtig beſitzt, ſondern noch einen Ueberfluß von allerlei Arten koſtbarer Produkte fuͤr die europaͤiſchen Maͤrkte, z. B. außer ihren Wei⸗ nen noch Seide, Baumwolle, Oliven⸗Oel und getrock⸗