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den vielen Tauſenden von Gaͤrten und Weinbergen, in denen die uͤppigſten Reben ſich von Baum zu Baum ſchlingen, und ſo den Mandelbaum mit der Orange und Cypreſſe, die Olive mit der Granate, die Palme mit der Ceder verbinden; endlich diteſer ganze ſchoͤne Landguͤrtel von der fernen Kette des Atlas umſchloſ⸗ ſen— Alles dieß bildet einen der ſchoͤnſten Punkte, den man an den ufern des Mittelmeers finden und ſich ſchwer uͤberzeugen kann, daß er ſeit Jahehunder⸗ ten der Sitz von Seeraͤubern und Barbaren iſt. Das Letztere erkennt man erſt, wenn man in das Innere der Stadt, in die engen, unebenen, ſchmutzigen Stra⸗ ßen tritt, und dieſes bunte Gemiſch von Menſchen dreier Welttheile, von Mauren, Tuͤrken, Arabern, Negern, Juden und Sklaven erblickt. Die Angaben üͤber die Bevoͤlkerung der Stadt weichen ſehr von einander ab; waͤhrend einige ſie auf 80,000, ja uͤber 100,000 Seelen*) ſchaͤtzen, ſchlaͤgt William Shaler, der als General⸗Conſul der Vereinigten Staaten zehn Jahre in Algier lebte, ſie nur zu 50,000 an**). Die beiden Hauptſtuͤtzpunkte der Befeſtigungen ſind gegen das Meer hin der Molo auf der Landſeite aber die Ci⸗
*) Renaudot, der ſich ancien ofſicier de la garde Consul de France a Alger nennt, ſpricht ſogar von 135.000 Einwohnern, wonach ailſo, bei 10,000 Hauſein, auf ein Haus beinahe ¹0 Perſonen ge⸗ rechnet werden muͤßten..
a*n) Sketches of Algiers. Boston 4826.


