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nier Geſagten begnuͤgen, bis wir uns ſicherer Nach⸗
richten hieruͤber zu erfreuen haben werden.
VI. Von den Gebraͤuchen und Ceremonien
in der Aethiopiſchen Kirche— von den Tempeln der Habeſſinier.
Der Patriarch von Alexandrien, welcher in kirchlicher Hinſicht auch uͤber Aethiopien gebietet, war unter den Melchitiſchen und Jacobiti⸗ ſchen Unruhen, unter den Verfolgungen der Sara⸗ zenen und andern Drangſalen nicht im Stande, gleich dem Biſchofe von Rom durch Einfuͤhrung neuer Gebraͤuche und Ceremonien einen gewiſſen Glanz und Nimbus uͤber ſeine Kirchen zu verbreiten. Daher auch in dieſer Hinſicht noch Einfachheit und Alter⸗ thum in Habeſſinien; daher die Habeſſiniſche Kirche
ganz ein Bild der alten chriſtlichen Kirche iſt.
Schon die Tempel, die zwar ehemals praͤchtig ge⸗ weſen ſeyn ſollen, ehe ſie naͤmlich im Adelenſiſchen Kriege der allgemeinen Zerſtoͤrung erlagen, tragen das Gepraͤge dieſer Einfachheit und dieſes Alterthums. Sie ſind finſter, ganz nach Art der Synagogen er⸗ bauet, und mit eben denſelben Abtheilungen verſehen.
Oeſtlich am Tempel iſt das Behaͤltniß fuͤr die Eucha⸗
riſtie angebracht. In demſelben ſieht man weder Stuͤhle, da die Habeſſinier nach altem Kirchen⸗Ge⸗ brauche waͤhrend des Gottesdienſtes ſtehen, oder ſich einer Art Kruͤcken bedienen, noch findet man andere als


