Teil eines Werkes 
1. Th., 2. Bdchn (1830)
Entstehung
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226 XVI, Von den Geſandtſchaften der Habeſſinier.

In Europa waren die Portugieſen die erſten, zu welchen die Habeſſinier, und zwar unter der Regierung⸗

der Helena, der Großmutter des Koͤnigs David.

eine Geſandtſchaft ſchickten. Die Portugieſen waren⸗ uͤbrigens auch das einzige europaͤiſche Volk, welches durch ſeine Seezuͤge nach Indien den Habeſſiniern bekannt wurde.— Man erwaͤhlte zu obiger Geſandt⸗ ſchaft einen Armenier, Matthaͤ us, welcher der ara⸗

biſchen Sprache, fremder Gebraͤuche und Sitten wohl⸗

kundig war. Ihn begleitete ein edler Habeſſiniſcher

Jungling. Auein dieſe Geſandtſchaft erfuhr ihrer

Einfachheit wegen, vermoͤge welcher ſie nicht von dem

beruͤhmten Presbyter Johannes zu kommen ſchien, ſowohl bei dem portugieſiſchen Vicekoͤnig von Indien in Goa, wo ſte 3 Jahre aufgehalten wurde,

als auch bei dem Koͤnige von Portugal ſelbſt viele

Schwierigkeiten, ehe ſie, erſt nach langer Zoͤgerung

anerkannt wurde. Man ſchickte als gegenſeitigen Ge⸗

ſandten zuerſt den Odoardus Galvan, und als

dieſer auf der Reiſe geſtorben war, den Rodericus Limaͤus unter Begleitung eines Prieſters, Franz

Alvare:, der die Beſchreibung ſeiner Reiſe in por⸗ tugieſiſcher Sprache herausgab. Auch er ward 6 Jahre

wahrſcheinlich zur Vergeltung in Habeſſinien zuruͤck⸗ bebalten, bis man ihn in Geiel

Uſchaft des Habeſſiniers