219
ſpieße, welche ſie ſehr geſchickt in die Ferne zu ſchleu⸗ dern weiß, und leichte Schilde. Auch Heerpauken hat ſie, welche aber, beſonders ihre koͤniglichen, weit groͤ⸗ ßer, als die unſerigen ſind.
Der Fußgaͤnger hat nichts als einen Schild und zwei Speere, von denen er einen gegen den Feind ſchleudert, mit dem andern im Handgemenge kaͤmpfet.
Die Taktik und Kriegszucht der Habeſſinier iſt, wohl nur durch die Schuld ihrer Heerfuͤhrer, nicht die beſte. Fliehen zieht weder Schande noch Straſe nach ſich, die Fluͤchtigen verſteht man weder ohne weitere Verwirrung durchzulaſſen, noch wieder zu ſammeln. Sind daher die vorderen geworfen, ſo rei⸗ ßen ſie auch die uͤbrigen unaufhaltſam mit ſich fort. Ueberdieß werden ihre Fluͤgel nicht gehoͤrig gedeckt, Rekruten nicht von Veteranen getrennt, alles Maͤn⸗ gel, die verderblich werden koͤnnen. Ferner ſetzen die Habeſſinier die ganze Entſcheidung eines Treffens in den erſten gewaltigen Andrang, worin aber die Gal⸗ laner noch maͤchtiger ſind. Auch verſtehen ſie nicht, den Krieg in die Laͤnge zu ziehen, die Schwaͤchen des Feindes auszuſpaͤhen, vortheilhafte Augenblicke zu be⸗ nuͤtzen, durch feſte Schloͤſſer und Bollwerke die Kraft der Feinde zu brechen; daher ihre haͤufigen Ungluͤcks⸗ faͤlle im Kriege. Oberſter Feldherr iſt der Koͤnig oder der Ras.
Habeſſinien iſt uͤbrigens nicht nur von Feinden, ſondern auch von zahlreichen Raͤuber⸗Schwaͤrmen


