Teil eines Werkes 
1. Th., 2. Bdchn (1830)
Entstehung
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hochſt eigenen Haͤnde zum Munde zu tragen, ſondern die Hofbedienten ſchneiden die Speiſen, und geben ſie ihnen manchmal in ziemlich großen Biſſen in den Mund. Von ungefaͤhr abgefallene Broſamen werden fleißig geſammelt, in die Bruͤhe getaucht und ebenfalls eingegeben; eine Sitte, die man wohl mit Still⸗ ſchweigen haͤtte uͤbergehen koͤnnen. Dagegen darf den Habeſſiniern zu deſto groͤßerer Ehre nachgeſagt wer⸗ den, daß ſowohl ihre Koͤnige, als Hoͤflinge, nie den Tiſch ohne Gebet anfangen oder endigen. Dieſes Gebet beſteht in dem Ausſpruche der Pſalmen, ſo, daß bei zahlreichen Gaſtmaͤhlern oft der ganze Pfalter in der Art gebetet wird, daß der Pſalter theilweiſe unter die Gaͤſte vertheilt wird, und ſo jeder ſeinen beſtimmten Antheil zu beten hat.— Ein anderes Gebetbuch, als das Pſalterium, haben die Habeſſi⸗ nier nicht.

Die Art und Weiſe, Geſandtſchaften anzunehmen,

war ſonſt viel auders, als jetzt. Der Geſandte wurde ſonſt wenigſtens 4 Mal gefragt, woher er komme, und

die groͤßte Antwort, die er am erſten Tage erhielt,

war etwa, daß ſeine Ankunft willkommen ſey, und nur nach langen Umſchweifen und Unterredungen mit Unterhaͤndlern gelang ihm, den Koͤnig von Angeſicht zu Angeſicht begruͤßen zu duͤrfen. Heut zu Tage iſt wie ihre Macht und ihr Gewicht, auch ihr Stolz in dieſem Punkte geſunken.

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