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enkloſter Akrotiri. Um daſſelbe herum ſind traurige Felſen, an deren Fuß Quendel, Heidekraut, Thymian, Ladanum⸗Baͤume, und Erdbeer⸗Gebuͤſche wachſen. Die daſſelbe bewohnenden Frauen ſind eigentlich keine Nonnen, und haben blos das Geluͤbde der Jungfrau⸗ ſchaft abgelegt. Sie leben in kleinen Haͤuschen, die um die Kapelle herum ſtehen, in welcher ihnen ein griechiſcher Papas die Meſſe ließt. In jeder Celle, wo immer zwei Nonnen wohnen, iſt eine Ciſterne, die in dieſen hohen Gegenden noͤthig, ein Backofen und ein Webeſtuhl. Sie ziehen Seidenwuͤrmer, Baum⸗ wolle, und dann macht eine Schweſter das Geſpinnſt, die andre das Gewebe. Was ſie fertigen, verkaufen ſie in der Stadt. Uebrigens ſind die Cellen von allem unnuͤtzen Geraͤthe frei, und ſehr reinlich. Die Schwe⸗ ſtern ſelbſt ſind ſauft, beſcheiden und anmuthig.
Die Inſel Kreia wird durch drei⸗Paſchen regiert, die zu Kandia, Kanea und Retimo wohnen. Der erſte derſelben fuͤhrt ſtets drei Roßſchweife, und iſt gleichſam der Vicekoͤnig. Er hat die oberſte Gewalt, beaufſichtigt die Schanzen und Zeughaͤuſer, vergiebt die Aemter bei dem Militaͤr und bei den Buͤrgerlichen. Die Gouverneure der Schanzen heißen Bey's. Unter dieſen ſtehen ein Kaſtellan und drei Stabsoffiziern fuͤr die Artillerie, Kavallerie und Janitſcharen.
Der Staatsrath des Paſcha beſteht aus einem Kigia, durch deſſen Haͤnde alle Geſchaͤfte gehen; aus einem Janitſcharen⸗Aga oder General⸗Oberſten


