kaum mit einer Barke zu paſſiren. Mit Huͤlfe einiger Kaſioten, die auch die Einfahrt⸗Stelle bezeichneten, landete Savary. Die Nachricht, Fremde ſeyen an⸗ gekommen, war gleich im Dorfe verbreitet, und ſeine ganze Einwohnerſchaft hatte ſich auf dem nahen Huͤ⸗ gel neugierig verſammelt. Der Fuͤhrer Savary's war einer von den Reichen der Inſel, lud ihn in ſein Haus ein, und bewirthete ihn mit Eiern, Feigen und Weintrauben in einem reinlichen, ringsum mit So⸗ phas verſehenen Saale. Bald fullte ſich der ganze Raum mit Frauen, die neugierig und oft mit ſchalk⸗ baftem Laͤcheln die franzoͤſiſche Kleidung unſeres Rei⸗ ſenden muſterten. Savarn ſelbſt fand indeſſen Ver⸗ gnuͤgen an der Schoͤnheit ſeiner Bewunderinnen, und an der Stickerei ihrer Kleidung, welche aus einem langen baumwollenen Rocke, einem Leibchen und einem Guͤrtel beſtand. Ihre Haare ließen die meiſten dieſer lieblichen, und Zutrauen einfloͤßenden Weſen in Zoͤpfen uͤber die Schultern herab haͤngen; andere trugen die⸗ ſelben aber auch auf dem Kopfe zuſammen gebunden, oder frei flatternd. 6.
Die Inſel naͤher kennen zu lernen, ſtieg Savary auf einen vom Dorfe eine Stunde Weges entfernten boben Berg, den hoͤchſten der Inſel. Von hier ſah er die von Oſt nach Weſt ſich ziehende Inſel Kar⸗ patho, im Oſt, Weſt und Nord drei kleine ungebaute nur Buſchwerke tragende Eilande, unterbalb ſeines


