Teil eines Werkes 
3. Th., 2. Bdchn (1829)
Entstehung
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ab, und wenden dabei alle ordentliche Vorſicht an, damit kein Uebelgeſinnter einen vergiftenden Blick des Neides auf dieſe koſtbaren Inſekten werfe.

Die Perſonen weiblichen Geſchlechtes in Seio kleiden ſich im hoͤchſten Grade geſchmacklos. Ihr Kopf iſt mit einem hohen unfoͤrmlichen Aufſatze bela⸗ ſtet, welcher der Muͤtzen der Mamelucken in Aegyp⸗ ten ziemlich aͤhnlich iſt; auch die Bekleidung ihrer Fuͤße iſt aͤußerſt unbequem und laͤcherlich.

Dieſe Inſel fuͤhrt, wie noch mehrere andere im Archipel, einen nicht unbedeutenden Handel mit Wolle, Wachs, Oel und vortrefflichen Fruͤchten. Der Wein, welchen die Juſel hervor bringt, war bei den Alten außerordentlich beruͤhmnt. Zu Rom wurde er in allen Krankheiten des Magens von den Aerzten als das ſicherſte Heilmittel verſchrieben. Dieſer von den Kennern im Alterthume ſo geprieſene Wein, iſt auch noch heute von vorzuͤglicher Guͤte.

Die Inſel Scio hat vor allen uͤbrigen Inſeln im Archipel, das ausſchließende Recht, das aus dem Maſtix⸗Baume geronnene Harz nach Konſtanti⸗ nopel und in die andern großen Staͤdte des Reichs zu verfuͤhren, wo ihn die Frauenzimmer unaufyoͤrlich kauen, um ſich einen angenehmen Athem dadurch zu

verſchaffen. Man bereitet auch aus dem Maſtix⸗Harze einen ſehr ſtarken und angenehmen Branntwein.

Ungefaͤhr 2 Stunden weſtwaͤrts von dem Kap S. Nikolo findet man die Inſel Ipſara, welche