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ter die allerelendeſten Inſeln im ganzen Archipel gerechnet werden. 1
Ganz anders verhaͤlt es ſich mit der Inſel My⸗ eone, welche nicht weit von Nicaria gegen We⸗ ſten liegt. In ihrem Hafen Tarlon laufen die mei⸗ ſten Schiffe ein, welche durch den Archipel nach Smyrna, und in die noͤrdliche Duͤrkei fah⸗ ren.— Die Einwohner von Mycone ſind ſehr ge⸗ uͤbte Seefahrer, vernachlaͤſſigen aber durch den See⸗ handel gaͤnzlich die Kultur ihres Bodens. Die Pro⸗ dukte, welche die Inſel, freilich wegen Mangel an Bearbeitung, in aͤußerſt geringer Quantitaͤt hervor bringt, ſind von einer vorzüglichen Guͤte. Wildpret gibt es in großer Menge; an friſchem Waſſer dagegen leidet die Juſel Mangel. Schon bei den Alten hieß dieſe Inſel Myconos. Die Fabel macht ſie zum Grabe der Kentauren, welche daſelbſt von Her⸗ kules erſchlagen worden ſeyen. Die ſonderbare An⸗ lage der alten Bewohner kahlkoͤpfig zu werden, findet man bei den neuern nicht mehr, Auch wurden ſie im Alterthume fuͤr Schmarotzer gehalten, und es war zum Spruͤchworte geworden, einen ungeladenen Gaſt einen Gaſt von Mycone zu nennen.
Die Kleidung der Inſulanerinnen iſt zwar nicht ſo ausſchweifend ſonderbar wie jene der Bewohnerin⸗ nen von Milo und Argentiere; dagegen aber mit weit mehr Schmuck und Zierrathen uͤberladen, welche im Ganzen genommen, ohne allen Geſchmack ange⸗


