ſich zwar der Wind; allein er war uns noch immer entgegen. Wir waren wider unſern Willen vor der kleinen, ehemals trefflich angebauten Inſel Symi, vorbei geſegelt. Ihre Einwohner, die kuͤhnſten und geſchickteſten Taucher, legen ſich hauptſaͤchlich auf die Fiſcherei der Schwaͤmme, mit welchen rings um die Inſel der felſige Meeres⸗Grund bedeckt iſt.
Die Symioten ſind ſtark gebaut, und ſchoͤn gewachſen, und entwickeln durch ihr arbeitſames Le⸗ ben alle Kraͤfte ihres Koͤrpers. Schon Homer ruͤhmt die Schoͤnheit des Nireus, Koͤnigs von Symi. Die Lebensart der Einwohner iſt aͤußerſt einfach. Die Tyrannei, welche ſo ſchwer auf ihren Nachbarn laſtet, hat dieſes Volk allein verſchont. Denn ſie fand bei ihm keine Reichthuͤmer, ſondern nur ſtrenge Sitten und muͤhſame Arbeiten.
Die Inſel Symi liegt ſehr nahe an der Kuͤſte des feſten Landes, am Eingange eines ihr benachbar⸗ ten Meerbuſens. Er iſt zwar nur zwei Stunden lang und eine breit, hat aber 2 ſehr gute Haͤfen fuͤr große Schiffe, und noch außerdem mehrere kleine Bayen zum Schutze fuͤr Kaͤhne und andere kleine Fahrzeuge.
Auf der andern Seite, Symi gegenuͤber, wird der Meerbuſen durch das Kap Crio(vor Alters Triopium in Dorien, einer Provinz Kariens) ge⸗ bildet, auf deſſen aͤußerſter Spitze die beruͤhmte Stadt Gnidus ſtand, in welcher die Venus verehrt wur⸗ de, deren Bildſaͤule das groͤßte Meiſterſtuͤck des Pra⸗


