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welcher den Namen Comthurei fuͤhrt, weil er
einſt zur Comthurei der Tempel⸗Herren und Mal⸗ theſer⸗Ritter gehoͤrte, und zwiſchen dem Berge Olymp und den Staͤdten Limaſſol und Paphos liegt. Der cypriſche Wein iſt ſehr leicht, wenn er jung iſt; und wird erſt nach einem gewiſſen Alter das treffliche Getraͤnk, welches mit Recht ſo beruͤhmt iſt. Bei den Einwohnern iſt Sitte, bei der Geburt eines Kindes ein Gefaͤß mit Wein in die Erde zu vergra⸗ ben, und erſt bei der Hochzeit des Kindes wieder heraus zu nehmen. Da nun die Luft auf dieſen Wein nicht wirken kann, ſo wird er von ganz außerordent⸗ licher Guͤte.
Sehr wenige Küͤnſte werden auf der Inſel uͤber⸗
haupt getrieben, und außer der Bereitung des Saf⸗ fians verdient keine einzige beſonders erwaͤhnt zu wer⸗ den. Der hier bereitete Saffian hat lebhaftere und glaͤnzendere Farben, als der Saffian aus der ganzen uͤbrigen Tuͤrkei, wo er doch außerordentlich ſchoͤn iſt. — Fur die angefuͤhrten Produkte der Natur und der Kunſt erhalten die Einwohner von den europaͤiſchen Nationen Tuͤcher, Atlas, leichte ſeidene Zeuge, Treſſen, Metalle, indiſche Gewuͤrze, Kolonialwan⸗ ren u. dgl.—
IV. Was das Klima der Inſel C ypexn betrifft, ſo herrſcht im Sommer eine faſt unertraͤgliche Hitze, welche in verſchiedenen Theilen durch die Winde ge⸗ maͤßigt wird. In der noͤrdlichen Haͤlfte bewirken ſie


