346 zum Uebermuthe und zur Tyrannei, wie die Tuͤrken, geneigt. Sie ſind große Diebe, aber doch ſo gewiſſen⸗ baft einen Eid zu brechen. Sie haben unter allen Bewohnern der Tuͤrkei die meiſte Geſchicklichkeit als Seeleute, bauen faſt alle Kriegsſchiffe, und unter den See⸗Soldaten iſt ſtets eine gewiſſe Anzahl griechiſcher Segler, welche die Segel richten, und die Schiffe takeln.
Einige griechiſche Weiber haben ein niedliches Ge⸗ ſicht; aber ſelten eine einen ſymetriſchen, netten Wuchs. Sie ſind von keiner behenden Leibes⸗ Beſchaffenheit⸗ ihre Augen und Haare insgemein ſchwarz. 2
Die Regierung iſt graͤnzenlos deſpotiſch und druͤ⸗ ckend. Sie achtet nicht die Geſetze der Natur Billig⸗ keit und Vernunft, und Ungerechtigkeit und Tyran⸗ nei mehren ſich. Der Sultan wird fuͤr allmaͤchtig ge⸗ halten, und wie ein Gott verehrt. Er hat Macht uͤber Leben und TDod aller ſeiner Unterthanen, und nach ſeinem Ausſpruche gilt keine Berufung. Keine Wuͤrde iſt in der Tuͤrkei erblich, noch gelangt Jemand in Betracht ſeiner Talente oder Verdienſte zur Auszeich⸗
nung. Die ganze Maſchinerie wird durch das Rad der Bäſtechung in Bewegung geſetzt. 4
Nach unſerer Abreiſe von der rothen Pforte kamen wir ohne Abhaltung fruͤhe nach Herrmann⸗ ſtadt; es liegt in der Mitte einer weiten Ebene, an den Ufern eines kleinen Fluſſes, welcher in der Ent⸗ fernung einiger Meilen von der Stadt in den Alt


