Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1830)
Entstehung
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Stadt iſt von mittlerer Groͤße, liegt um einen Felſen, auf deſſen Gipfel ein Schloß iſt, und iſt ringsum von Bergen umgeben. Deſſen Einwohner ſind groͤßten⸗ theils Juden. Es hat kein Waſſer, außer dem, das in Ciſternen aufgefangen wird, mit dem man ſo ſpar⸗ ſam, wie mit Wein umgeht. Gewoͤhnlich erhaͤlt man das Waſſer aus den Ciſternen faul, woher eine eigene Kran kheit dieſer Gegend, nach der den Einwohnern Wuͤrmer in den Schenkeln und den Fuͤßen wachſen, der auch ich unterlag, ihren Urſprung hat. Hier in Lar wechſeln die Karavanen, die nach Ormus ziehen, die Kameele, was Noth thut: denn wegen des heißen Climas wuͤrden die Kameele, die man bisher gebraucht, nicht ausdauern.

In 6.Tagen kamen wir nach Ormus. Ormus liegt unter dem 29⁰ 45 der Laͤnge, und 160 30˙ der Breite am Eingange des Perſiſchen Meerbuſens, ge⸗ gen 2 Meilen vom Lande. Dieſe Inſel hat etwa 3 Meilen im Umfange, und bringt weder Gras noch Baͤume hervor, ſondern iſt ganz von gutem und ſchneeweißem Salze bedeckt, ſo daß ſie nicht einmal ſußes Waſſer hat, außer dem was in Ciſternen zur Regenzeit aufgefangen wird. Ihr gegenuͤber auf dem feſten Lande liegt Gomron oder Bander Abaſſi. Es iſt eine ſchoͤne und große Stadt, die groͤßtentheils von Kaufleuten bewohnt wird, welche hier die Waaren aus Igrien umladen und zur See nach Europa brin⸗