Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1830)
Entstehung
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laubt, die erkauften Sklavinnen zu genießen. Die Kinder von allen werden fuͤr ehelich gehalten, und erben in gleichen Theilen gemeinſchaftlich das Vermoͤ⸗ gen des Vaters, jedoch erben 2 Toͤchter nur ſo viel als ein Sohn. Wenn ein Perſer eine Frau gemiethet hat, und die Zeit iſt voruͤber, ſo ſchickt er dieſelbe, ſo ſie ihm nicht ferner gefaͤllt, wieder fort; nur muß er ſich zuvor von ihr 40 Tage enthalten, um zu ſehen, ob ſie nicht befruchtet ſey. Die Kinder erben den Adel des Vaters, und zwar alle ohne Nuͤckſicht, ob ſie von der eheligen oder nur beigelegten Frau geboren ſind. Der perſiſche Adel heißt Negahet, und giebt vor, von Muhamet abzuſtammen. Die daher abſtam⸗ men heißen ſie Mir, Fuͤrſten, ihre Kinder aber Mirza, Fuͤrſten⸗Geborne.

Wenn ein Kranker ſeinem Ende nahe iſt, zuͤnden

ſie auf der Altane des Hauſes Feuer an, welches den

Nachbarn ein Zeichen iſt, fuͤr den Kranken zu beten.

Iſt er geſtorben, ſo erheben ſie ein entſetzliches Schreien, Heulen und Bedauern, wobei ſie ſich nicht ſelten die Haare ausraufen. Unter ſolchem Heulen erzaͤhlen ſie die Thaten des Verſtorbenen. Sie ſchicken dabei ſo⸗ gleich zu dem Cadi, welcher auf den Bericht des Bo⸗ ten dem Mour derch our die ſchriftliche Erlaubniß ſchickt, den Todten zu holen, und ihn in dem beſon⸗ ders dazu erbauten Hauſe zu waſchen. Waͤhrend die⸗ ſes geſchieht, verſammeln ſich die Moulahs mit Fahnen und anderem Gepraͤnge und tragen ihn unter