234 1 Die Beamteten niederen Ranges ſind, wie die
vom erſten Range, verſchieden, und koͤnnen leicht nach
dieſen, welche ſchon genannt wurden, eingetheilt wer⸗ den. Einen großen Theil der niedern Beamteten bilden diejenigen, welche die koͤniglichen Gefaͤlle ein⸗ nehmen. Dieſe fließen theils aus dem Zoll, theils aus der Verpachtung der Laͤndereien, die beinahe alle dem Koͤnige gehoͤren und aus beſtimmten Abgaben der Handwerker, welche jaͤhrlich entrichtet werden, und Bonitche heißen.
Zum dritten Stande in Perſien gehoͤren die Kauf⸗
leute und Handwerker. Erſtere treiben Handel mit
inlaͤndiſchen und fremden Waaren. Mit jenen Waa⸗ ren handeln gewoͤhnlich nur Perſer und Juden, mit dieſen aber die Armenier. Die bedeutendſten Handels⸗ artikel ſind Seide aus Guilan, Corduan, Ronas, Pi⸗ ſtazien, Vieh u. a.
Die Handwerker und Kuͤnſtler, welche man in Perſien trifft, ſind Schuſter, Schmiede, Meſſer⸗ und Waffenſchmiede, Gerber, Maurer, Schreiner, welche jedoch ſehr ſelten ſind indem die Perſer weder Seſſel, Tiſche noch Bettladen und Kommode gebrauchen, Seidenwirker, Weber, welche die Leinwand gewoͤhnlich auch durch Gummi mit Arabeſten bemalen, Toͤpfer, Buchd;zucker u. au.
Die Perſer haben dreierlei Schrift, die Neſta⸗ lik, Chakeſte oder Divanni, und Neſkre heißt. Erſtere iſt die Schoͤnſchrift, die zweite die Kanzlei⸗ die


