Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1830)
Entstehung
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der Koͤnig 50,000 auf die Beine bringen, ſie ſind aber im Kriege fuͤr ihn von geringem Gewinne.

Der Koͤnig hat auch gegen 2000 Mann Leibwache. Schek Agaſi heißt das Haupt derſelben. Ihren Dienſt haben dieſe in dem koͤniglichen Pallaſte.

Seemacht und Artillerie, mit Ausnahme einiger Kanonen in den Graͤnzfeſtungen und einiger nicht großer Schiffe, beſitzt der Koͤnig von Perſien nicht. Er hat jedoch den Tapigi Bachi, welcher ſein Ar⸗ tillerie⸗Oberſt und See⸗Admiral iſt.

Den zweiten Stand im Reiche bilden die Geiſt⸗ lichen, die Gelehrten und die niedern Bedienſteten.

Das Oberhaupt der Geiſtlichen iſt der Seder; er geht den Athematdoulet nach, und iſt der Mufti der Tuͤrken. Zwiſchen der Tuͤrkiſchen und Perſiſchen Geiſtlichkeit iſt jedoch der Unterſchied, daß dieſe neben ihrem geiſtlichen auch noch zu einem welt⸗ lichen Amte gelangen koͤnnen, jene aber nicht. Zu dem Amte des Seders gehoͤrt, neben der Aufſicht auf die Geiſtlichkeit und der Leitung der kirchlichen An⸗ gelegenheiten, noch die Verwaltung des Kirchenver⸗ moͤgens. Daher ſind oft 2 Seders. Einer hat unter ſich die Einkuͤnften der koͤniglichen Stifte, und heißt Seder⸗Cras, der andere die Einkuͤnften der Stiftun⸗ gen der Privaten. Sein Name iſt Seder el Man⸗ kufat. Unter dem Seder ſtehen der Scheik el Selom und der Cadi, welche die geiſtlichen Strei⸗ tigkeiten ſchlichten, und dem Ehegerichte vorſtehen.