Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1830)
Entstehung
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dasſelbe ihnen auslegen. Wenn ſie in demſelben leſen, ſo verbinden ſie den Mund mit einem Tuche, damit die Worte nicht durch Vermiſchung mit der Luft verunreinigt werden.

Nach der Religion der Gauern werden die Kinder nicht beſchnitten, ſondern bei ihrer Geburt etwas, das mit der Taufe uͤbereinkommt, vorgenommen. Etliche Tage naͤmlich nach der Geburt waſchen ſie daſſelbe mit Waſſer, in welchem einige Blumen ge⸗ ſotten wurden. Waͤhrend der Abwaſchung ſpricht der Cazi einige Gebete. Stirbt ein Kind vor ſolcher Abwaſchung, ſo halten ſie dafuͤr, daß dieſes das Kind zwar nicht an dem Eintritte in das Paradies hindere, daß aber ſolche Nachlaͤßigkeit den Eltern große Ver⸗ antwortung zuzoͤge, indem beſchriebenes Waſchen die Gnade und die Verdienſte des Kindes vor Gott ver⸗ groͤßern.

Den Gauern ſind nach ihrer Lehre s Frauen zu nehmen erlaubt, wenn ſie ſolche ernaͤhren koͤnnen. Sie duͤrfen keine derſelben entlaſſen, und aus keiner Urſache ſich von derſelben trennen, als im Falle des Ehebruches und des Uebertrittes zur Muhametaniſchen Lebre. Jedoch auch in dieſem Falle muͤſſen ſie, bevor ſte dieſelbe entlaſſen, noch ein Jahr warten, und ſehen, ob ſie nicht Buße thue. Tritt dieſe ein, ſo legt der Cazi derſelben 3 jaͤhrige Buße auf, nach wel⸗ cher er beide wieder zuſammengibt. Dieſes Zuſam⸗ mengeben oder Eheeinſegnen beſteht darin, daß der