Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1830)
Entstehung
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alle Ballen durchſucht, die Waaren geſchaͤtzt, und nach ihrem Inhalte verzollt. Dieß iſt die Urſache, weßwe⸗ gen die Karavanen regelmaͤßig 20 28 Tage daſelbſt liegen muͤſſen.

Erzerum, die Graͤnzſtadt der Tuͤrkei gegen Perſien liegt am Ende einer großen Ebene, welche mit ſchoͤnen Doͤrfern geziert, und ganz mit hohen Bergen umgeben iſt. Wenn man die Vorſtaͤdte und das Schloß mitrechnet, kann man ſie faͤr eine große Stadt gelten laſſen; die Haͤuſer jedoch ſind ſehr arm⸗ ſelig und nur aus Holz und Erde erbaut. Man ſieht in ihr noch einige Ruinen von armeniſchen Kirchen und Gebaͤuden, woraus aber hervorgeht, daß ſte nicht von ſonderlicher Kunſt geweſen ſeyen. Ihre Veſte liegt auf einem hoben Ort, und iſt mit einer doppel⸗ ten Mauer und einem ſchlechten Graben umgeben, nebſtdem durch 4 Thuͤrme, die ſehr nahe beiſammen⸗ ſteben, befeſtiget. In eben dieſem Bezirke iſt auf ei⸗ nem Huͤgel noch eine Schanze angelegt. In Erze⸗ rum ſind ſehr viele und große Karavanſen, denn wie Tokat, iſt ſie als ein Hauptpaß in die Tuͤrkei, ein Sammelplatz vieler Karavanen. Der Zoll daſelbſt in hoch, und traͤgt ungemein viel. Eine Laſt Seide aus Perſien, welche gewoͤhnlich 800 Pfd. wiegt, zahlt 24 Thaler, eine Laſt indianiſcher Tuͤcher, welche aber ſchwerer iſt, zahlt gegen 100 Reichsthaler. Die Laſten der Kameele ſind nicht von gleicher Schwere, ſle richten ſich nach der Guͤte des Weges. Gewoͤhnlich