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chen und orientaliſchen Voͤlkern eingefuͤhrte Gewohn⸗ heit, in dem Zimmer, wo man eine angeſebene Per⸗ ſon oder einen Freund empfaͤngt, allezeit angenehmes Rauchwerk zu verbrennen, ſo wie auch die Luft der Tempel zu reinigen, indem man daſelbſt Weihrauch und Myrrhen verbrennt. Die Griechen bedienten ſich hauptſaͤchlich gegen dieſe Seuche des Wachholders, als des heilſamſten Rauchwerks.
Ungeachtet dieſes Rauchwerks aber breitet ſich dieſe Seuche in der Levante und zu Konſtantinopel ſehr aus, indem die Gemeinſchaft mit andern nie⸗ mals unterbrochen wird; welches daher kommt, weil das Uebel nicht gleich anſteckend iſt. Selbſt diejeni⸗ gen, die das Gluͤck gehabt haben, ihm zu entgehen, fuͤrchten es weniger, als die andern. Die Kranken werden aber niemals von denen, die ihnen am naͤch⸗ ſten ſind, verlaſſen. Dieſe Einſamkeit, dieſe traurige Verlaſſung iſt nur fuͤr einen Fremden ſchrecklich, der ſich von dieſem Uebel ergriffen ſieht, und weder Freunde noch Landsleute um ſich hat. Die Griechen und Morgenlaͤnder begleiten die Todten be. ihren Be⸗ graͤbniſſen, und die Peſt ſpricht ſie von dieſer heiligen Pflicht nicht los. Sie wiſſen, daß dieſe Plage ſich nach und nach vermehrt, und ſich endlich verliert. Ob gleich das Volk, gewohnt, ſie oft wiederkommen zu ſehen, nicht eben die Vorſicht, wie wir, ſich da⸗


