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ſtecken, die eine ſanfte und dauerhafte Waͤrme unter⸗ haͤlt, da ſie die Feuerpfanne von allen Seiten umgiebt. Der Deckel iſt hauptſaͤchlich fuͤr die Weiber, die den Winter uͤber beinahe den ganzen Dag daſelbſt mit Sticken zubringen, oder Beſuche von ihren Freundin⸗ nen annehmen.
„„Die neuern Griechen gleichen in verſchiedenen Abſichten den alten.
Die Stickerei iſt die Beſchaͤftigung der griechiſchen Weiber: ſie gehen wenig aus, und diejenigen, die zur Erhaltung ihrer Familie arbeiten muͤſſen, ſticken un⸗ aufhoͤrlich vom Morgen bis Abend, und laſſen auch ihre Toͤchter und Sklavinnen ſticken.
Wir danken den Griechen die Kunſt der Stickerei, die unter ihnen ſehr alt iſt, und von ihnen an Fein⸗ heit und Vollkommenheit aufs hoͤchſte gebracht wor⸗
den iſt. Die Kreter waren in dieſer Kunſt vortrefflich.
So bald man von den Talenten einer lungen Sklavin redete, ſo gab man ihr keinen andern Lob⸗ ſpruch: ſie arbeiteten, wie noch heut zu Tage, mit ihren Frauen. 1
Man zeichnete, wie heut zu Tage, die Zeichnung auf den Zeug, und die Stickerinn ſchattirte hernach mit ihrer Wolle von verſchiedenen Farben: die Natur war das große Muſter. Die Stickerei ahmte anfaͤng⸗ lich die einfachſten Blumen nach, die bloß ein oder
zwei Farben hatten, und nach und nach auch diejeni⸗ 44ſtes B. Griechenland. II. 2. 2


