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weerk. Mithin iſt, nebſt dem Umfange, den die Gaͤr⸗
ten einnehmen, eine griechiſche Stadt bald gebauet, und nimmt unendlich mehr Raum ein, als irgend eine der unſrigen.
Die heutigen griechiſchen Weiber ſind in ihren Haͤuſern ſorgfaͤltig verſchloſſen: ſie laſſen ſich eben ſo wenig als die alten ſehen: die jungen Maͤdchen gehen ſelten aus, und in die Kirche nicht eher, als wenn ſie verheirathet ſind.
Vitruv*), indem er von der Bauart der griechi⸗ ſchen Haͤuſer redet, ſagt:„Man ſieht große Saͤle, wo die Weiber mit ihren Gehuͤlfinnen arbeiten. Auf den Gallerien von der Seite ſind ſie Speiſe⸗ und Schlafzimmer. Der innerſte Theil des Hauſes heißt Gynaeconitis. Die Maͤnner haben ihre abgeſonderten Zimmer, die Andronitis heißen.“ Man ſieht auch heut zu Tage noch ganz genau in den griechiſchen Haͤuſern eben dieſe Vertheilung, nach welcher ſich auch die Tuͤrken, die eben ſo eiferſuͤchtig ſind, gerich⸗ tet haben.
In dem Schlafzimmer findet ſich allezeit eine Lampe, die die ganze Nacht brennt. Bei Perſonen von gutem Auskommen iſt es ein alter Gebrauch; bei
dem Volke, Andacht: denn die Lampe iſt gemeiniglich vor ein Bild geſtellet.
*) L. 6. Cap. 10.


