Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1829)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

121

Der Tuͤrke, Herr des Landes, handelt wenig, ma⸗ chet wenig Speeulationen, und will nichts verlieren: der Reiche haͤuft Schaͤtze auf, um ſich empor zu ſchwin⸗ gen: der Arme gehorchet und arbeitet. Der demuͤ⸗ thige und geſchaͤftige Jude miſchet und inkorporiret ſich in dieſe drei Nationen; ohne mit ihnen verbun⸗ den zu werden, dienet er ihnen auf gleiche Weiſe, iſt das Band unter ihnen, und pflanzet ſich ſowohl durch ſeine Aemſigkeit als durch ſeine Fruchtbarkeit fort.

II. Die Handlung des ſchwarzen Meeres iſt allein den Bewohnern des Landes oder den Unterthanen des Großherrn vorbehalten. Es ſind Armenianer, Grie⸗ chen und Juden, die ſie treiben; die Tuͤrken mengen ſich auch bisweilen darein. Aber ſie werden niemals reiche und zahlreiche Kaufleute ſeyn, weil ſie Sklaven des Deſpotismus ſind. Sklaven aber ſuchen niemals das Land reich zu machen, oder ihr Geld in Umlauf zu bringen, ſondern ſich ſelbſt zu bereichern, und deſ⸗ ſen durch Sammeln zu genießen. Daher wagen es auch die reichen Kaufleute unter den Tuͤrken niemals, das Vermoͤgen, das ſie beſitzen, merken zu laſſen: ſon⸗ dern verbergen, ſogar in Aegypten, wo ſie doch frei und weniger Gefahr ausgeſetzt ſind, allezeit ihren Reichthum aufs ſorgfaͤltigſte.

Die Griechen ſind liſtig, unbeſtaͤndig, ruhmredig und oft aus Prahlerei verſchwenderiſch. Einige ver⸗ ſtehen den Handel und wagen kuͤhne Unternehmungen. Die vornehmſten unter ihnen ſind Capi Kiaya oder