Teil eines Werkes 
1. Th., 3. Bdchn (1829)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

220

und den guͤnſtigſten Erfolg ihres Wirkens, zum gro⸗ ßen Aergerniſſe der Bonzen. Die Miſſionaͤre ſelbſt wurden nicht nur ſehr hoch geſchaͤtzt, ſondern auch die Chriſten ſehr liebreich behandelt. Man hatte nicht nur oͤffentliche Tempel, ſondern beging auch die Feſte des Jahres mit pompoͤſer Feierlichkeit.

Aober leider! mit dem Tode ihres Beſchuͤtzers, des Kaiſers Kun⸗chi, der im Jahre 1664 im September erfolgte, aͤnderte ſich ploͤtzlich die Szene.

Yam⸗quam⸗ſien war der feindliche Daͤmon, der zerſtoͤrend auf das ſo gluͤcklich begonnene Werk einwirkte. Als Vorſteher und Beguͤnſtiger chineſiſcher Sekten erließ er ein Memoriale gegen die apoſtoliſchen Maͤnner, und fertigte ein Buch voll von Laͤſterungen gegen das goͤttliche Geſetz, welches er den 4 Gouver⸗ neurs des Reichs zuſandte.

Die Miſſionaͤre wurden darin eines Aufruhrs, falſcher Lehre, einer Verfaͤlſchung chineſiſcher Mathe⸗ matik, und eines Verſuches, das koͤnigliche Haus zu ſtuͤrzen, beſchuldi gt. Dabei ließ der Anſchuldiger es nicht ermangeln, uͤb erall durch Beſtechungen eine Par⸗ thei ſich zu ſammeln, um mittelſt derſelben die chriſt⸗ liche Religion ſammt ihren Verehrern gaͤnzlich auszu⸗ rotten.

Vier Vaͤter der Geſellſchaft wurden ergriffen, die in den zwei Hofkirchen arbeiteten; einzeln wurden ſie mit neunfachen Ketten am Halfe, Armen und Fuͤßen gefeſſelt, und ſo in zweimonatlicher Haft gehalten.