Teil eines Werkes 
1. Th., 3. Bdchn (1829)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

159

aus. Gluͤcklich wurde der Einkauf vollbracht. Als Ricei wieder nach Seiauchin zuruͤck gekehrt war, verwandten ſich die dortigen Beamten wieder fuͤr ihn und ſeine Geſellſchaft; ſie brachten vor, daß dieſe Leute mehr als 600 Kronen(was in China eine be⸗ deutende Summe war) daſelbſt verbaut haͤtten. Die⸗ ſes hatte indeſſen nur die Folge, daß man ihnen 50 bis so Kronen als Entſchaͤdigung fuͤr ihren Tempel anbieten ließ. Matthaͤus Riccei antworiete aber auf dieſes Anerbieten ganz unerſchrocken: er verkaufe das Gotteshaus nicht, und wolle von den Seinigen nicht deßwegen getadelt werden; auch muͤßten ſie ihn wohl fuͤr einen leichtſinnigen Kaufmann halten, wenn er um s0 Krouen ein Gebaͤude von 600 Kronen Ko⸗ ſten⸗Aufwande losſchlagen ſolle. Er entſchloß ſich alſo fuͤr das Haus gar nichts zu nehmen, nicht ſo faſt we⸗ gen des geringen Preiſes, welchen man dafuͤr bot, als wegen des rechtlichen Anſpruches auf Beſitzthum in dieſem Reiche.

Es blieb ihm alſo nichts uͤbrig, als von Seiau⸗ chin abzuziehen. Zuvor mußte Ricei dem Pflege⸗ Verwalter ſchriftlich bezeugen, daß er ihnen das Geld angeboten habe. Dagegen verlangte Matthaͤus Ricei von ihm eine Urkunde, worin bezeugt iſt, daß er und die Seinigen wegen keines Vergehens aus dem Koͤnigreiche verwieſen worden ſeyen, ſondern daß ſie ſich tugendhaft und gottſelig verhalten haͤtten. Dieß that auch der Pflege⸗Verwalter ſehr gerne, und gab