Teil eines Werkes 
3. Th., 3. Bdchn (1829)
Entstehung
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pige Daͤnze unterhalten muͤſſen. Es werden immer die ſchoͤnſten Knaben und Juͤnglinge dazu genommen.

Die oͤffentlichen Taͤnzer, welche ſich auf den Stra⸗ ßen und in den Haͤuſern fuͤr Geld ſehen laſſen, ſind nicht nur Tuͤrken und Araber, ſondern auch Griechen und Armenier, welche haͤufig mit ihren mimiſchen Darſtellungen die Nebenabſicht, thieriſche Brunſt fuͤr ſich ſelbſt in den Zuſchauern zu erwecken, verbinden. Nebſt den Freuden⸗Maͤdchen gibt es in der Levante guch Freuden⸗Knaben.

Oeffentlich wird die Rolle der Frauenzimmer bei dieſen Taͤnzen gewoͤhnlich von Knaben in weiblicher Kleidung geſpielt. Wenn Frauenzimmer zuſehen, ſo beobachten die Taͤnzer noch eine gewiſſe Art von Wohl⸗ ſtand, welche ſie bei den Maͤnnern haͤufig ganz aus den Augen ſetzen. Manche der oͤffentlichen Taͤnzer ſind oft komiſch und grotesk vermummt.

Auch die Taͤnzerinnen haben Zutritt zu geſchloſſe⸗ nen Maͤnner⸗Geſellſchaften. Sie tanzen ohne Schleier, und ſind bisweilen ſehr ſchoͤn von Geſichts⸗Bildung und Wuchs. Vornehme Tuͤrken haben ſelbſt unter ihren eigenen Frauenzimmern Sklavinnen, welche dieſe Kunſt zu tanzen verſtehen. Die Sklavinnen des Harems muͤſſen jedoch in Gegenwart der uͤbrigen Frauenzimmer, der Regel nach eine gewiſſe Art von Wohlſtand beibehalten, auf welchen die oͤffentlichen Taͤnzerinnen nicht achten. Solcher Freuden⸗Dirnen gibt es ſehr viele in Konſtantinopel.