41
man arbeitete Dag und Nacht in der Muͤnze, das Geld war ſiebenloͤthig, und dadurch ungemein hart, ſo daß oft der erſte Schlag des Muͤnzers den Stempel, welcher aus ſchlechtem Stahle gemacht war, ſprengte. Ich wurde erſucht, der Sache abzuhelfen. Die Muͤnz⸗ arbeiter, welchen daran gelegen war, die Stempel zu zerſprengen, ſetzten mir bei dieſer Arbeit alle moͤg⸗ lichen Hinderniſſe entgegen, und ſprengten aus, daß ich den Stempel nur deßhalb im Urin abgehaͤrtet haͤtte, um den Namen des Großherrn zu beſudeln. Als der Sultan mir befahl, mich hieruͤber zu verantworten, verlaͤugnete ich nicht, daß ich den Stahl in Urin ab⸗ haͤrte, verſicherte aber bei aller Achtung, welche ich fuͤr den Namen des Großherrn haͤtte, daß ich mit demſelben nicht mit groͤßerer Ehrfurcht, als mit dem Namen Gottes, umzugehen brauchte. Dieſer wuͤrde taͤglich auf Papier geſchrieben, welches aus unflaͤtigen und zerriſſenen Lumpen gemacht wuͤrde. Durch dieſe Nachricht wurde Jedermann beruhigt, und die Sache nachher allgemein belacht.— Der Sultan erſuchte mich, auch eine Schule der Mathematik zu errichten. Dieſer Befehl beſchuldigte die Muhendis(Geometer) der Unwiſſenheit. Als ihr Vorſteher behauptete, daß ſie in Allem unterrich⸗ tet ſeyen, mußte ihre Pruͤfung in Gegenwart zweier Miniſter vorgenommen werden. Auf die Frage: wie ſich die Winkel eines gleichſeitigen Dreiecks gegen ein⸗ ander verhielten, wurden alle ſtutzig; ich mußte dieſe


