27
ſchwerlichen Wegen an, das Gebirge ſelbſt zu erſtei⸗ gen. Wir machten in einem Dorfe Halt, welches ungefaͤhr in der mittleren Gegend dieſes Gebirges lag. Hier traf ich mit dem Bruder des verſtorbenen Khan zuſammen, entſchloß mich auf ſein Bitten, auch durch ſeine tartariſchen Laͤndereien zu reiſen, um dieſe Na⸗ tion noch in Romelien zu betrachten.
Wir mußten noch uͤber die hoͤchſten Bergketten des Balkan ſteigen. In dieſer Gebirgs⸗Gegend ſah ich die Ueberbleibſel alter Schloͤſſer, und eben ſo haͤu⸗ fige Hoͤhlen, als ich in der Krimm bemerkt hatte. Auf dem Gipfel des Gebirges fanden wir eine Menge Veilchen, deren Stengel und Blaͤtter unter dem Schnee verſteckt, dem Boden eine ſeltene Geſtalt gaben. 1
In Kirk⸗Kiliſſin(vierzig Kirchen) erkannte ich an einem Tuͤrken durch ſeinen niederhaͤngenden Kopf, ſeinen langen Hals, daß er ein Freund des Opiums war. Er verſchlang drei Pillen, deren eine ſo groß, wie eine Olive war. Dieſe Doſis waͤre bei uns hinreichend geweſen, 20 Perſonen zu toͤdten. Ich beobachtete das Spiel der Muskeln und die ſtufen⸗ weiſe erfolgende Verwirrung der Einbildungskraft, welche der Berauſchung vorher ging, in welcher ich dieſen Theriaky(Opium⸗Eſſer) verließ.
Wir waren jetzt in Romelien. Mannigfaltige Erzeugniſſe im Ueberfluſſe, Landhaͤuſer, gut angelegte
8
Gaͤrten, viele Doͤrfer, wo ſich in jedem noch das


