Teil eines Werkes 
2. Th., 3. Bdchn (1829)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

gleich und frei, daß wir wenigſtens auf 100 Schritte nach allen Seiten freie Ausſichten hatten. Wir er⸗ blickten den ganzen Tag nichts, als einige nogaiſche Tartaren zu Pferde. Sie wohnen unter Zelten, und ſind auf einen gewiſſen Strich Landes eingeſchraͤnkt, der ſich durch Thaͤler erſtreckt, welche 8 10 Klaf⸗ ter tief liegen, und die Ebenen von Nord nach Suͤd ſo durchſchneiden, daß ſie oft 30 Meilen lang, und nur eine halbe Meile breit ſind. Truͤbe Baͤche fließen durch ihre Mitte, und endigen ſich gegen Suͤd in kleine Seen, welche mir dem ſchwarzen Meere zu⸗ ſammen haͤngen. An den Ufern dieſer Baͤche ſind die Zelte der nogaiſchen Tartaren, und die Schauer, welche die zahlreichen Heerden dieſer Hirtenvoͤlker waͤhrend des Winters gegen die Witterung ſchuͤtzen ſollen. Jeder Eigenthuͤmer hat ſein beſonderes Zei⸗ chen mit einem gluͤhenden Eiſen den Schenkeln ſeiner Ochſen, Pferde und Dromedare eingebrennt. Die Schafe mit einer beſondern Farbe bezeichnet, ſind nicht weit von den Wohnungen entfernt; das uͤbrige Vieh aber wird im Fruͤhlinge in die Ebenen gefuͤhrt, und weidet bis zum Anfange des Winters ohne Auf⸗ ſicht; wo ſie von den Eigenthuͤmern gefangen, und in die Staͤlle getrieben werden. (Fortſetzung im naͤchſten Baͤndchen.)