Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1829)
Entstehung
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Der Thuͤrhuͤter des Palaſtes ſind 400. Wenn der Großherr mit einem Paſcha unzufrieden iſt, ſchickt er einen derſelben, mit dem Befehle, ſich den Kopf zu erbitten. Der Capigis(d. h. Thuͤrhuͤter) ſchlaͤgt ihm den Kopf ab, nachdem er ihn erdroſſelt hat, legt ſol⸗ chen in Salz, und uͤberbringt ihn dem Sultan in ei⸗ nem Sacke.

Wenn der Sultan einen Großvezier ernennt, ſo uͤbergiebt er ihm das Siegel des Reichs, auf welches ſein Name geſchnitten iſt. Dieſes traͤgt er beſtaͤndig auf ſeiner Bruſt. Seine Gewalt iſt ohne Schranken; doch hat Jedermann die Freiheit, in ſeinen Palaſt zu gehen, und auch dem Aermſten gibt er Audienz. Er unterſtuͤtzt den Glanz ſeiner Wuͤrde mit vieler Pracht. „Er hat mehr als 2000 Ofſiziere. Wenn er ſich oͤffent⸗

lich ſehen laͤßt, ſo iſt ſein Turban mit zwei Zitterna⸗ deln geziert, mit Diamanten und Edelſteinen beſetzt. Das Geſchirr ſeines Pferdes iſt mit Gold, Steinen und Perlen uͤberſaͤt. Vor ihm werden drei Roßſchweife getragen. Man ſagt, ein General der Tuͤrken ſey, da er nicht gewußt, wie er ſeine Leute wieder zuſammen bringen ſollte, die alle ihre Standarten verloren hat⸗ en, auf den Einfall gerathen, einem Pferde den Schweif abſchneiden zu laſſen, und ſolchen auf eine Lanze zu tecen. Sobald die Soldaten dieſes Zeichen ſahen, amen ſie wieder zuſammen und trugen den Sieg avon. 5