Teil eines Werkes 
2. Th., 3. Bdchn (1829)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

672

Menſchen, noch von Thieren entdeckte. Nach einer ſechsſtuͤndigen Reiſe auf dieſen unangenehmen Wegen ſtiegen wir in die Ebene bei Noguadé herab, und reiſten nach Kus.

XX. Zu Kus ging ich in die Wohnung des Kopten Maliim Poctor. Ich nahm den Entſchluß, mich zu verſtellen; der Kopte hatte Einfluß im Lande. In ſeinem Hofe ſah ich mehrere Schafe aus Jemen; der vordere Theil des Kopfes iſt gebogen; die Ohren haͤngen herab, die Wolle iſt mehr ein ſeidenartiges und kurzes weiches Haar, als wirkliche Wolle. Dieſe arabiſchen Schafe machen keinen Theil von den aͤgyp⸗ tiſchen Heerden aus. Die Schafe Aegyptens wech⸗ ſeln hinſichtlich der Groͤße und Falbe, nach Beſchaf⸗ fenheit der Landſtriche ihres Aufenthaltes.

Die Schweine waren in den Augen der Aegyptier unreine Thiere. Die Schweinhirten machten eine ab⸗ geſonderte Klaſſe aus; der Eintritt in die Tempel war ihnen verboten. Nichts deſto weniger opferten die Aegyr⸗ tier der Luna jaͤhrlich einmal Schweine, und bloß an dieſem Dage, dem Feſttage des Vollmondes, durften ſie Schweinefleiſch eſſen.

Auch die jetzigen Bewohner Aegyptens, Koy⸗ ten wie Mahomedaner, enthalten ſich des Schweine⸗ fleiſches.

Das Krokodill, ein den alten Aegyptiern heili⸗ ges Thier legt ſeine Eier an das kothige Nil⸗Ufer, wo ſie ſich auch begatten. Das Weibchen liegt bei der