Teil eines Werkes 
2. Th., 3. Bdchn (1829)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

668

mit Fruchtbaͤumen umringt, welche angenehme Gaͤr⸗ ten bilden. In dieſer Jahreszeit traf man hier Wein⸗ trauben in großer Menge an. Die Maͤrkte und die Gaſſen von Kus waren mit Melonen und Paſteken angefuͤllt. Ich habe daſelbſt drei Arten von Melonen gegeſſen, die Agur, welche Aehnlichkeit mit der eu⸗ ropaͤiſchen hat; die Ahun, eine Cantalupen⸗Art mit gelber Schale und gelblich weißem Fleiſche; endlich die Abdelaoui(Sklavin der Suͤßigkeit), die laͤng⸗ licht iſt, und einen runden Auswuchs an der Spitze hat. Die Melonen ſind groͤßtentheils unſchmackhaft. Zu Kus traf ich auch eine Spielart von Paſteken, welche die Araber Nems nennen; dieſen Namen ge⸗ ben ſie auch mit Unrecht dem Ichneumon.

Die Datteln fingen an reif zu werden. Auf den duͤrren und beinahe unfruchtbaren Ebenen dieſer naͤm⸗ lichen Theile von Ober⸗Aegypten vaͤchſt gemein⸗ lich der aͤchte Akazienbaum, aus deſſen Stamme und Zweigen der arabiſche Gummi fließt. Die Aegvpter nennen dieſen Baum Sunth. Sein dun⸗ kelrothes Holz iſt hart und nimmt einen ſchoͤnen Glanz an; ſeine in einer Schotte eingeſchloſſenen Kerne gebraucht man zum Korduan⸗Faͤrben. Dieſe Frucht, im Arabiſchen Karat genannt, freſſen die Ziegen begierig. Das Gummi iſt fuͤr die Manufaktu⸗ ren und den Handel ein wichtiger Gegenſtand. Zur Bereitung des arabiſchen Gummi iſt große Hitze er⸗ forderlich.