Teil eines Werkes 
2. Th., 1. Bdchn (1829)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

126

hin einſtens den Vibius Serenus verwiefen: denn der Kaiſer war der Meinung, daß wenn man einem das Leben ſchenkte, man ihm auch die Be⸗ auemlichkeiten deſſelben zulaſſen muͤſe. Die In⸗ ſel iſt noch immer wohl angebaut; die beſten Oerter aber gehoͤren dem Kloſter der heiligen Jungfrau, wohin man von Ferne kommt, um Meſſe leſen zu laſſen: denn alle außerordentliche Oerter erwecken bei dem gemeinen Volke die Andacht. Drei Mei⸗ len von dem Flecken, an dem Ufer des Meeres, hat man ein großes Haus gebaut, welches von Ferne einem Schranke gleicht, der an dem untern Theile eines erſchrecklichen Felſen angebracht iſt. Darin wohnen Geiſtliche, welche ein wunderthaͤtiges Ma⸗ rien⸗Bild, das uͤber das Meer geſchwommen ſeyn ſoll, verwahren. Wir legten in der Sakriſtei etwas kleine Muͤnze nieder; dagegen beſchenkten uns die Religioſen mit einer Schaake voll Roſinen, deren Trauben einen Schuh, und deren Beeren andert⸗ halb Zoll lang, ſehr ſuͤß, und von vortrefflichem Ge⸗ ſchmacke waren. Um das Kloſter ſah man nur die abſcheulichſten Felſen; dieſe Trauben wachſen daher an einem andern Orte der Inſel, nahe bei einer Kapelle, wo man eine ſehr beruͤhmte Urne aufbe⸗ wahret, die ſich zu gewiſſen Zeiten mit Waſſer fuͤllt, und von ſelbſt wieder ausleert. Das Chriſtenthum